WohnHaft in Leipzig

Nun mehr knapp 6 Jahre bin ich Einwohner der Stadt Leipzig und nach den vergangenen Wochen fühle ich mich dazu genötigt darüber zu schreiben.

Zwar ist es möglich in dieser Stadt halbwegs ruhig und auch schön zu wohnen jedoch war es bei mir stets mit verschiedensten Tücken gespickt und die Krönung gab es eben in der letzten Woche.

Meine erste Unterkunft teilte ich mir mit meinem Cousin, auf dessen Sofa ich ein halbes Jahr schlief bis wir gemeinsam eine 2-Raumwohnung beziehen konnten. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass er gerne Egoshooter zockt und das natürlich nachts, wo auch andere Zocker online sind. Schlaf war ein Luxusgut, welches man am besten am Tag konsumierte.

Aber das ging vorbei und es folgte Wohnung #2.

Es ging in den Leipziger Osten, genauer gesagt in die Rosa-Luxemburgstraße. 2 Minuten Fußweg umme Ecke traf man auf Leipzigs wohl berühmtesten Crimeboulevard – DIE EISENBAHNSTRAßE. (musikalische untermalung) Mein Vater machte mich darauf aufmerksam einen Bericht gesehen zu haben der darauf hinwies, dass es sich bei dieser Straße um Leipzigs Drogenumschlagplatz #1 handele. Dazu kann ich sagen ich habe in den 3 Jahren in denen ich dort wohnte nicht mehr Idioten oder zielichtige Gestalten mehr gesehen als im Rest der Stadt, mir wurde nichts geklaut, keine Drogen angeboten und das Schlimmste was mir dort passiert ist, war dass der Fleischer zu gemacht hat.

Die Wohnung selber war in Ordnung. Man musste lediglich durch die geruchliche Pforte der Hölle, da im Erdgeschoss ein älterer Herr wohnte der sich vermutlich weder Streichhölzer noch Feuerzeug leisten konnte, Durch seinen Briefkastenschlitz kam ein beständiger Dampf aus Kippengestank und Katzenurin. Davon mal abgesehen ist dieser Herr ein sehr treue Seele und immer hilfsbreit und nett.

Das Gegenteil war die Hausverwaltung KKS. Zwar war man hier nicht unfreundlich aber alles andere als hilfsbereit. Probleme mit der Schließanlage wurden ignoriert, wellig verlegtes Laminat ebenfalls. Dafür war man bei der Wohnungsübergabe überpenibel und hielt sich nicht an Absprachen die man vorab getätigt hatte. Wenn ich die Wahl habe, würde ich Wohnungen dieser Verwaltung meiden.

Kommen wir zu Wohnung #3

Seit nunmehr zwei Wintern, haben wir Probleme mit Schimmel an den Wänden. Dieses Jahr sollten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden um diese Belastung zu beseitigen.

Was ich der LeipzigerWohnungsbauGesellschaft nicht vorwerfen kann ist, dass man hier nichts unternimmt. Was allerdings fragwürdig ist, ist die Wahl der Firmen die diese Arbeiten ausführen sollen.

Den größten Ärger gab es hierbei mit den Heizungsfirmen. Um die Außenwände permanent hoch zu heizen sollten sowohl in Küche als auch Wohnzimmer sog. Heizschleifen gelegt werden. Das sind Kupferrohre die vom Heizkörper abgeleitet werden und eine stete Wärme abgeben auch ohne dass die Heizung aufgedreht ist.

Der Monteur für die Stube kam direkt mal allein und benötigte Hilfe beim abnehmen der Heizung. Es sind zwar alle Zacken in meiner Krone geblieben jedoch konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, wie er das bei alten Mütterchen macht, ob die auch zupacken müssen. Eine Antwort blieb aus. Was nicht ausblieb, war die Frage nach einer Zange, einer Schüssel und einem Lappen. Ich meine mal ein Klempner ohne Zange, das sag ich mir gut, dass der Typ nicht Chirurg geworden ist.

Aber das alles sollte noch getoppt werden, von der nächsten Heizungsfirma. Die Firma Mitschack aus Leipzig hat es offenbar nicht nötig Kunden anständig zu behandeln.

Freitagvormittag wurde die Malerfirma damit fertig die Außenwand mit einem Silikatanstrich zu versehen. Abgemacht war, dass die Maler nach getaner Arbeit die Klempner anrufen, welche dann vorbei kommen um den abgebauten Heizkörper wieder zu montieren.

Der Maler sagte mir, man hätte bereits am Donnerstag angerufen. Freitagmittag wurde ich langsam unruhig und ich wandte mich aus Ermangelung an Kontaktdaten an die LWB. Ca. 1h Stunde später rief mich Herr Mitschack an und erzählte mir was von wegen man hätte ihm nicht Bescheid gegeben. Er würde mir den Montagmorgen als Termin anbieten den Heizkörper wieder anzubauen. Das hätte bedeutet, dass die Küche das komplette Novemberwochenende über aus geblieben wäre. Für mich war das total unakzeptabel, was ich Herrn Mitschack am Telefon auch genau so mitteilte. Er lammentierte, dass er ja nichts dafür könne worauf ich meinte, ich ja auch nicht, doch ich derjenige bin der es ausbadet. Seine Antwort war das ist nicht mein Bier und das Gespräch war beendet.

Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass es heutzutage möglich ist so mit Kunden umzuspringen.

Gelöst wurde das Problem letztendlich von der LWB, die ihren Notdienstler vorbei schickte. Am frühen Abend war die Heizung wieder dran und wir konnten beginnen, das Chaos der vergangenen Wochen zu beseitigen.

Ich hoffe, dass die Maßnahmen greifen und der Schimmelbefall der Vergangenheit angehört, kann aber jedem nur abraten in die Altbauwohnungen in Leipzig Lößnig zu ziehen. Berichte von Schimmelbefall sind von sehr vielen Bewohnern bzw. ehemaligen Bewohnern zu hören.

Unten stehend ein paar Hinweise aus meiner Erfahrung, worauf man achten sollte wenn man sich eine Wohnung ansieht.

  • Fensterleibungen (Verfärbungen, abgeblätterte Farbe)
  • dunkel verfärbte Silikonfugen an Fenstern
  • bräunlich, fleckige Verfärbungen am Sockel von Außenwänden
  • Silikatanstriche, v.a. an Außenwänden
  • Belüftungssysteme an Fenster (link)
  • Heizschleifen
  • abgelöste Tapete
  • auf Geruch achten
  • wenn möglich mit Nachbarn reden
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