Jawohl Herr KaLeu!

In den letzten Wochen habe ich mehr oder weniger kontinuierlich am nächsten Schritt in meiner Wassersportausbildung gearbeitet.

Heute konnte ich nun endlich die Früchte dieser Arbeit ernten. Am heutigen 11.Oktober 2014 stand die letzte Prüfung am Cospudener See an. Es ging um den SBF See (Sportbootführerschein See).

Wie gewohnt trafen sich alle Prüflinge des Tages zu früher Stunde noch einmal, um die letzte Nervosität durch ein paar Manöverübungen, unter Anleitung, aus den Köpfen zu kriegen.

Doch wieder mal sollte Meister Murphy ein gehöriges Wort mitreden. Doch fangen wir von vorn an.

Was ist die allererste Frage die ich den neuen Motorbootschülern stelle, sobald sie vor dem Schiff stehen? „Stellt Euch vor Ihr wollt das Boot chartern und bekommt dieses Fahrzeug von mir als Corpus delicti präsentiert. Worauf achtet Ihr?“ Die Antworten sind in der Regel nahezu gleich: Allgemeinzustand, technische Unversehrtheit, Ausstattung, Vorhandensein von Rettungsmitteln und die WOLKE (wasser, oel, luft, kraftstoff, elektrizität) usw.

All das habe auch ich heute vor dem Fahrtantritt überprüft, wie sich das gehört. Doch während der Vorbereitung, ca. 15min vor Prüfungsbeginn, fällt die Ruderanlage aus. Ein Bolzenbruch machte ein steuern des Außenborders unmöglich. Glücklicherweise eilte Club Nautique umgehend zu Hilfe und schleppte uns an den Pier.
Mit Hilfe von ein paar Wasserpumpenzangen und Maulschlüsseln versuchte ich noch schnell die Lenkung zu reparieren. Das Ergebnis war aber nur suboptimal, da das Boot fortan nach rechts lenkte wenn man nach links steuerte. An kontrollierte Manöver war dabei nicht die Bohne zu denken.

Der CYC war so freundlich und stellte uns für die praktische Prüfung sein Boot zur Verfügung und das obwohl heute eine große Regatta ins Haus stand, quasi das Event des Jahres. An dieser Stelle nochmal recht herzlichen Dank dafür.

Nun hatten wir zwar ein Boot um die Prüfung fahren zu können aber einen mittlerweile angefressenen Prüfer. (obwohl gerade mal ein verzögerung von knapp 10 minuten zu stande kam) Den Mann störte die Fliege an der Wand und das lies er immer schön an den Prüflingen aus. Das bedeutete also nicht nur ein neues Gefährt unterm Hintern mit vollkommen anderen Fahreigenschaften als das Gefährt auf dem Sie gelernt hatten, das hieß auch überpenible Bewertung der Manöver und Peilaufgaben die jeder Beschreibung spotten. Es hätte nur noch gefehlt, dass wir eine Ente peilen sollen die vor dem Boot her schwimmt. (für alle nicht wassersportler: zum peilen eignen sich objekte die prominent, feststehend und in einer karte verzeichnet sind)

Leider führte diese übertriebene Pinglichkeit dieses Mannes dazu, dass ein Anlegemanöver was mit 30cm Heckversatz vom Pier beendet wurde, als nicht genügend bewertet wurde. Damit versaute dieser Mann der netten Dame nicht nur den Tag und den Schein, sondern auch meine schöne Quote von 100% bestandenen Prüfungen. Meine Leistung auf dem Zodiac war gelinde gesagt durchwachsen, bei der Peilung versagten mir die Nerven und machten es mir beinahe unmöglich den Gegenkurs von 40° anzugeben. Erst im letzen Moment fiel mir ein wie viel 40°+180° ist. (ich durfte mich beim bankrutschen im matheunterricht meistens direkt wieder hinsetzen heute saß ich ja eh schon)

Nach dieser Tortur ging es dann nach Merseburg (zum ersten mal in meinem leben) in ein Hotel inmitten einer kleinen Siedlung. Das muss das Event des Jahres dieses Hauses sein, denn draußen standen extra Pavillions und Biertischgarnituren um die Menschenmassen aufzunehmen. (keine übertreibung das war massenabfertigung) Ich frag mich nur immer wieder wer beim DSV der Locationhunter ist und immer wieder solche ominösen Gasthöfe oder Hotels raus pickt.

Die Hoffnung meinerseits bestand darin, dass sich die Nervosität über die bevorstehende Prüfung spätestens nach der bestandenen Praxis etwas legen würde aber da konnte ich unmöglich ahnen was der Tag alles für mich bereit hält. Der Puls schlug bis in die Mundhöhle und das obwohl ich meinte durch den wirren Dickicht aus Bestimmungen, Schallsignalen und Lichtzeichen durchzublicken.

Doch dann gab es den Fragenzettel aufn Tisch und meine Hoffnung schwand, wie leer gefegt war das Oberstübchen und das führte dazu, dass alle und keine Antwort aus den Kreuzelvorgaben richtig waren.

Das Navigieren lief dann allerdings erstaunlich gut und einfach.

Lange Rede usw.: Ich hab die Pappe und darf mich jetzt auch außerhalb deutscher Binnengewässer mit Booten bewegen. Auch alle anderen Teilnehmer der seglermanufaktur haben den theoretischen Teil gemeistert, herzlichen Glückwunsch an Alle.

Einen besonderen Dank möchte ich Sven aussprechen, Du weißt schon wofür. Ich wünsche allen allzeit eine gute Fahrt und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel.

Und hier noch der passende Soundtrack für alle Neukorsaren: [youtube https://www.youtube.com/watch?v=x-64CaD8GXw]sbf

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