Freitag 8.7.2011

Freitag 8.7.2011

Die Nacht ist rum, der Morgen und Kälte- wie Hungergefühle bringen uns dazu Schlafsack und Zelt zu verlassen und uns acht Uhr morgens aus dem Zelt zu schälen. Zum ersten Mal entschließen wir uns den neu erstandenen Campinggaskocher einzuweihen. Das Feuerzeug zum entflammen wird am Nachbarzelt gepumpt, sonst hätte nochmal jemand über den gesamten Platz hin zum Auto rammeln müssen, da dort unseres liegt. Einen Instantkaffee sowie einen Anis-Fenchel-Kümmeltee später heißt es erneut, Hintern in die Tram geschwungen, ab inne Fahrradhölle und zum Anne-Frank-museum. Doch der Weg dorthin behielt auch noch das ein oder andere Schmankerl bereit. So streifen wir bei unserem Spaziergang das legendäre Rotlichviertel in dem es offensichtlich bereits bei Zeiten rund geht. Knapp bekleidete Ladies sitzen hinter Schaufensterscheiben und bilden selbst die Auslage. In einem kleinen Nebengässchen werden wir gefragt ob wir „for business searchen“, ergänzend mit den Worten „Extasy, Coke?“. Dankend lehnen wir ab da Extasy nich unser Fall is und es ja grad erst n Kaffee gab. So, hätten wir das auch. Für den werten Freund Charles in der Heimat: Leyzi hat wieder was kostenlos abgestaubt. In der vergangenen Nacht, stand ein herrenloses Manfrotto-Stativ einfach so auf der Straße beim Müll. Selbiges befindet sich in tadellosem Zustand und mittlerweile auch  in Sebastians Besitz. Aber zurück zum eigentlichen Geschehen. Uns zieht es in die Prinsengracht, in der das Museum der Anne Frank liegt und als wir uns kurz davor befinden sind wir noch frohen Mutes, da die Stadt im Vergleich zum Vorabend sehr geleert ist und vor Allem auch der Altersdurchschnitt drastisch gestiegen zu sein scheint. Auch dank einer Kuppe, die durch den Bogen einer Brücke zu Stande kommt, lässt noch hoffen, doch als wir den Eingang des Museums sehen ist klar, Anne Franks Privatgemächer werden wohl ohne uns klar kommen müssen. Die Warteschlange geht weit um die Ecke und setzt sich aus mindestens hundert Leuten verschiedensten Alters zusammen, die sich allesamt keinen Meter vorwärts bewegen. Also im Grunde wie noch den Tag zuvor auf der Autobahn.  Die erneute Planänderung ergibt dass wir uns zur Amstel bewegen und dort auch noch einen kleinen Klohmarft Verzeihung Flohmarkt entdecken. Hier gibt’s antiquarische Bücher und Zeichnungen zu astronomischen Preisen (WJK) und den üblichen Ramsch und Plunder. Fazit: Amsterdam nochmal? Ja, aber erst mit sehr viel mehr Geld in den Taschen und mit mehr Zeit im Gepäck. Weiter geht die Fahrt, dieses Mal in Richtung Südost ins Städtchen Aachen. Vorher gilt es aber noch die holländische Autobahn zu überleben. Wer hier wie die Fahrerlaubnis bekommt ist schleierhaft, vermuten lässt sich nur, dass es was mit Würfeln zu tun hat, denn nachvollziehbar sind die Fahrmanöver mit logischem Verstand nicht. Demzufolge wird auch zweimal gehupt (hupe jeht mach mal licht) und ein Schrei der Erleichterung breitet sich im Auto aus, als wir die Grenze der BRD wieder überqueren. Die schmalen, steilen Gassen von Aachen führen uns direkt in ein Citynahes Parkhaus mit einer gepfefferten Gebührenordnung. (nach jeder halben stunde wird einem ein weiterer euro aus der tasche gesaugt) Dadurch sind wir aber auch nahezu direkt am imposanten Rathaus der ehemaligen Kaiserstadt. Doch suchen tun wir ja eigentlich den Dom. Der kann doch unmöglich zu übersehen sein. Doch auch durch die Beschilderung werden wir nicht wirklich schlauer. Also selbst gesucht, (und erstmal in die falsche richtung WJK) mit nem Eis auf der Faust und ohne Durchblick. Als wir dann vor dem von außen bereits sehr imposanten Bauwerk stehen, erschlägt’s uns fast das wird aber nochmal getoppt als wir das Innere betreten. Glanz und Gloria blicken auf einen herab. Das hat sich die Kurie einiges kosten lassen, aber Spenden wollen die ja trotzdem immer haben, diese Bettelknaben. Vorne wird nach jedem Euro Ausschau gehalten der sich zu locker im Touristenhöschen befinden könnte und hinten mit Gold, Edelsteinen und Elfenbein geprotzt. Von den handwerklichen Meisterwerken überwältigt zieht’s Sebastian noch in die Domschatzkammer. Der Krempel der dort liegt scheint nicht minderwertvoll. Altes Gelumpe wie ein Krönungsornat, Bischofsstäbe und – mützen,ne  Altkleidersammlung von Jesus und Maria und wieder Unmengen an Gold (jedem russen wär das herz aufgegangen) sind hinter dickem Panzerglas und im schummrigen Dämmerlicht ausgestellt. Mit diesen Eindrücken und ein paar Lebensmitteln ausm Supermarkt geht’s in Richtung Köln, auf der Suche nach einem Nachtlager. An der Autobahnabfahrt Kerpen, zieht es den Rover nach draußen denn offensichtlich ist es dort schön. Einmal durch die Stadt in der Michael Schumacher das im Kreisfahren lernte hindurch und am Sportplatz links abgebogen, schon haben wir unseren Zeltplatz erreicht. Denn der befindet sich neben eben jener Spielfläche. Die ortsansässige Dorfjugend, vertreten durch ein vier pubertäre Mädels die Geburtstag feiern wollen, versichern uns dass es keinerlei Probleme geben wird, wenn wir hier unser Lager aufschlagen. Dosenravioli und Kölsch bilden ein abgerundetes Mahl und die Dämmerung veranlasst uns unser Zelt in Sekundenschnelle aufzubauen

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