Donnerstag (Gehacktestag) 7.7.2011

Donnerstag (Gehacktestag) 7.7.2011

Nach einer mäßig bequemen Nacht auf dem aufblasbaren Gästebett, auf das partout nicht mehr Luft drauf wollte, trotz mehrmaligen Aufpumpversuchen treffen sich alle Protagonisten wieder in der Echtholzsitzecke im Garten ein,  um gemeinsam zu frühstücken. Das Frühstück ist lecker, der darauffolgende Abschied kurz aber herzlich. Und weil Sarah noch einen Kurzbesuch bei Gabi und Stefan einbauen möchte, auch eine Bekanntschaft aus Lehrjahren, halten wir uns nicht länger im Haus unserer Gastgeber auf. Frisch geduscht geht’s nun auf in Richtung Amsterdam. Und das soll dauern. Dreißig Minuten zeigt das Navi noch an, aber die brauchen wir schon allein für die nächsten 500m. Es ist Stau! Und nicht diese Stop & Go Variante, nein, es geht nichts mehr – rien ne va plus. Wir parken. Der teure niederländische Sprit geht auch langsam zur Neige da ein Rover ziemlich durstig ist wenn man ihn immer nur wenige Meter fährt und dann wieder ausmacht. Die Tankstelle erreichen wir zwar ohne das Anwachsen größer Sorgenfalten, Formel-Eins-zeiten beim betanken brauchen wir hier aber nicht erwarten. Eine dreiviertel Stunde geht es hier keinen Zentimeter vorwärts und das ist noch weniger als auf der Bahn selber. Wenn man dem noch etwas Positives abgewinnen möchte, dann dass die Überdachung Schatten spendet und damit den unaufhörlichen Schweißbach eine Barriere bildet. Gedacht hatten wir, dass wir so ca. halb drei am Nachmittag in des Tulpenpflückers Hauptstadt sind. Am Ende war es um sechs. Gabi hatte uns vorher noch den Hinweis gegeben, dass wir am Rande Amsterdams einen Zeltplatz finden und sollte damit Recht behalten. Also, eingecheckt, Zelt in Sekundenschnelle aufgebaut (genauger gesagt 2sek, kein Scheiß) und via Tram rein in die Metropole.

An der Central Station angekommen, müssen wir uns erst mal auf das Tempo der Stadt einlassen, das heißt das penetrante Dauerklingeln verschiedenster Hollanddrahtesel ignorieren, die Füße, trotz eines THC-Wertes in der Luft höher der CO²-Emission, auf dem Boden behalten und Preisen mit denen wir zwar in Monaco gerechnet hätten, aber nicht hier. Trotzdem zeichnet sich vor uns eine malerische Stadt mit kleinen verträumten Häusern entlang eines nichtendenwollenden Kanalsystems ab. Die Baumeister waren seinerzeit entweder dauerhaft im Kleister bzw. unsere Wahrnehmung war so sehr eingetrübt, von der mit Marihuana geschwängerten Luft, dass uns ein Großteil der Bauten krumm und schief vorkamen. Aber scheen war’s trotzdeem. Zwar brannten uns bereits die Füße da wir uns eben nicht an diesem Fahrradfaschismus beteiligt haben, dennoch erkundeten wir weiter fleißig die engen Gassen. An dieser Stelle soll mal festgehalten werden, dass es herrlich ist, dass Fahrräder Autos und andere motorisierte Fahrzeuge ersetzen, aber in einer Stadt in der Fußwege gerade mal so breit sind wie ein Schwebebalken und der Radweg dafür mit einem Tartanbelag ausgestattet ist, läuft was ganz gehörig falsch! (nein das ist nicht intolerant) Achja, Essen ham die da auch. Frikandel, Kwekkebom und Behabab oder so ähnlich, das letzte ist nicht sicher, auf jeden Fall schmeckte das alles recht lecker. Gut dass Kwekkebom war im Grunde nichts weiter als ne Wurscht ohne Pelle gebraten aber schlecht war die auch nicht und der Gehacktesteil kam auch nicht zu kurz denn das letzte der Aufzählung war ursprünglich ein Fleischbällchen, das in Scheiben geschnitten alternierend mit Zwiebeln auf einen Holzspieß getrimmt wurde.

Das Anne Frank-Museum hatten wir nun auch gefunden und den Plan gefasst, am nächsten Morgen möglichst zeitig dort aufzuschlagen um nicht allzu lang anstehen zu müssen. Also wieder zurück aufn Campingplatz. Aber vorher gings freilich noch in nen Coffeeshop. Der gehörte wohl irgendnem Barney, zumindest stand das draußen dran. Barney lässt sich seine Backkünste mit 7,50€ für nen kleinen Schokomuffin  sehr gut entlohnen, dafür versichert man uns, dass die Zutaten ausgewählt sind und nach 45Minuten zu wirken beginnen. 45Minuten nach Einverleibung des Schokomuffins, spüren wir jedoch außer einer leichten Entspannung und ein paar lustigen Bildern bei Sarah nicht sehr viel. Schade!  Aber auf der Lebensliste kann’s abgehakt werden. Einmal Space Cake in Amsterdam gefuttert.

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2 Kommentare

  1. Ich bin ja nur froh, daß die Suppe für 1 Miternachtssnack gereicht hat. Für uns blieben dann noch 3 Portionen zum Einfrieren. Eure Wurst und der Käse warten noch auf Euch, außerdem liegt im Bad noch eine Nicki-Jacke, beziehungsweise jetzt nicht mehr. Sie wartet frisch gewaschen darauf, nach Leipzig geschickt zu werden oder auch woanders hin wenn gewünscht. Brauche dann nur Adresse. Das mit der Matratze tut mir leid aber ich hoffe, es war wenigstens warm…
    Liebe Grüße Regine

    • Dann sind wir beruhigt, dass es noch ausgereicht hat. Die Lebensmittel überlassen wir Euch zum Verzehr, wir haben längst für Nachschub gesorgt, lasst es Euch schmecken. Das mit der Matratze war auch halb so wild, wir haben doch noch erstaunlich gut und bequem Schlaf gefunden. Vielen Dank nochmal für das Asyl. Die Jacke war Jahre lang im Schrank sagt Sarah, wir würden sie dann beim weihnachtlichen Aufeinandertreffen wieder mitnehmen, bis dahin trinken wir einfach mehr, das wärmt ja auch 😉

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